Mentor/innen ziehen erste Bilanz

Über ein Jahr ist es her, dass Fokus Bahn NRW gemeinsam mit der Stiftung Bildung & Handwerk ein Mentor/innenprogramm ins Leben gerufen hat. Damit erfahren geflüchtete Migrant/innen Unterstützung bei ihrem Quereinstieg in die Bahnbranche Nordrhein-Westfalens. Wie das bislang lief? Mentor/innen ziehen eine erste Bilanz.

Den Berufseinstieg erleichtern

Der Bedarf an Lokführer/innen im NRW-Nahverkehr ist groß. Für viele Migrant/innen bietet der Beruf die Chance, in Deutschland eine berufliche Zukunft aufzubauen. Allerdings ist die fachspezifische Ausbildung selbst mit guten Deutschkenntnissen eine Herausforderung. Deshalb haben Fokus Bahn NRW und die Stiftung Bildung & Handwerk vor etwas mehr als einem Jahr sprachspezifische Pilotkurse und das Mentor/innenprogramm initiiert. Viele Mitarbeiter/innen der Eisenbahnverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen haben sich ehrenamtlich bereit erklärt, Migrant/innen bei ihrem Weg in den Führerstand mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen zur Seite zu stehen und diese in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu fördern. 

Einsteiger/innen an die Hand nehmen

Anderen zu helfen – das ist Motivation für viele dieser Mentor/innen, zum Beispiel für Jürgen Lapp. Der Triebfahrzeugführer erklärt: „Mich hat das Programm begeistert, weil es der beste Weg ist, Migranteninnen und Migranten einen sicheren Beruf zu ermöglichen, und gleichzeitig dafür sorgt, dass sie auch sicher in unserer Gesellschaft ankommen." Leute an die Hand nehmen und ihnen den Berufseinstieg erleichtern – das ist auch der Beweggrund von Lokführer Jörg Bogenstahl: „Ich mache bei diesem Programm mit, um meine Erfahrungen weiterzugeben. Ich halte es für wichtig, die potenziellen neuen Kollegen und Kolleginnen zu fordern und zu fördern sowie Sprachbarrieren zu durchbrechen.“

Lokführer/innen braucht das Land

Die Migrant/innen-Pilotkurse und das Mentor/innenprogramm sind darüber hinaus ein guter Weg, um den Bahnverkehr zu stabilisieren und die Branche zu festigen – genau das findet Benyam Tesfaldet: „Bis 2030 sollen doppelt so viele Personen im Nahverkehr befördert werden. Dies geht nur mit genug Triebfahrzeugführern.“ Für das Mentor/innenprogramm wünscht sich der Lokführer noch mehr Austausch zwischen den Mentor/innen. Davon, so Tesfaldet, können die Mentees nur profitieren – ebenso von Praxisfahrten parallel zum theoretischen Teil der Ausbildung.