Fokus Fahrgast: Busnotverkehre

Zentrale Koordination in Störungsfällen

Ob Unfall, spielende Kinder im Gleis oder ein extremes Unwetter: Rund ein Drittel aller Nahverkehrsleistungen auf den NRW-Schienen sind täglich von Störfällen betroffen. Damit SPNV-Kund/innen auch bei unvorhergesehenen Ereignissen mobil bleiben, müssen Busnotverkehre schnell, zuverlässig und effizient eingerichtet werden – und das koordiniert für alle betroffenen Bahnunternehmen, die auf der Strecke unterwegs sind. Dafür will Fokus Bahn NRW im neuen Teilprojekt „Busnotverkehre“ eine unternehmensübergreifende, digitale Softwarelösung entwickeln. Diese soll zukünftig eine zentrale Koordination der Verkehrsleistungen in Störungsfällen sicherstellen. Zugleich wird die Anbindung an die Auskunftsmedien des NRW-Nahverkehrs eine hohe Servicequalität für die betroffenen Fahrgäste schaffen. Nach der konzeptionellen Vorarbeit wird die erste Ausbaustufe ab Frühsommer 2023 bis zum Fahrplanwechsel 2025 umgesetzt.

Leitung Teilprojekt

Portrait von Alexander Golenia, Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft mbH

Alexander Golenia,

Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft mbH

Projektinhalte und Ziele

Übergreifende Disposition

Die Qualität von Busnotverkehren soll durch die Koordination übergreifender, dispositiver Maßnahmen verbessert und ihre verkehrliche Wirkung für den Fahrgast erhöht werden. Unter Berücksichtigung geltender Verkehrsverträge werden dafür strukturelle und technische Ziele definiert.

Zwei Zahnräder die übereinander laufen.

Buskoordinator

Mit der Entwicklung eines HR-Profils „Buskoordinator“ sollen Disponent/innen und Koordinator/innen für die Fahrgastinformation in der SPNV-Regiezentrale für die Organisation von Busnotverkehren auch bei extremen Störungslagen benannt und geschult werden.

Digitale Busbestellung

Eine unternehmensübergreifende Softwarelösung soll die Einrichtung von Busnotverkehren unterstützen. Die dafür notwendigen Anforderungen werden im Projekt identifiziert. Die BNV-App wird kurzfristig eine technische Übergangslösung bieten.

Eine Glühbirne und zwei Zahnräder.

Projektentwicklung und nächste Schritte

Eckpunkte-Konzept

Oktober 2021

Die Projektpartner/innen legen zunächst die konzeptionellen Eckpunkte für einen unternehmensübergreifenden Bus-Notverkehr als Ergänzung der gemeinsamen Dispositionsrichtlinien für die SPNV-Regiezentrale NRW fest. Zur Vorbereitung auf das neue Teilprojekt erfolgen in den nächsten Monaten zahlreiche Abstimmungsprozesse mit den Teilprojekten von Fokus Fahrgast, zum Beispiel zu Schnittstellenthemen wie der Standardisierung analoge Abbildung SEV und BNV, zur Ertüchtigung der digitalen Weitergabe von Informationen an Auskunftssysteme sowie zur Abstimmung mit Stakeholdern und Vertretern der EVU und zur Abstimmung mit der SPNV-Regiezentrale NRW.

Gesamtzielbild BNV

Mai und Juni 2022

Nach dem offiziellen Projekt-Kick-off im Mai 2022 definieren die Projektpartner/innen in einem gemeinsamen Workshop die Grundlagen und Prozesse zur übergreifenden Planung und Umsetzung des Bus-Notverkehrs unter Berücksichtigung der Verkehrsverträge.

Digitale Bus-Bestellung

August 2022

Der Prozess zur digitalen Bus-Bestellung startet. In einem Arbeitstreffen werden die Anforderungen an eine unternehmensübergreifende Softwarelösung identifiziert und einzelne Entwicklungsschritte festgelegt.

HR-Profil „Buskoordinator“

September 2022

Die Projektpartner/innen beschreiben die Aufgaben zukünftiger Buskoordinator/innen ebenso wie die Anforderungen an deren Fach- und Sozialkompetenz. Das Recruiting und die Personaleinstellung sollen im Frühsommer 2023 starten.

Small Start geplant

Oktober 2022

Die unternehmensübergreifende Disposition von Busnotverkehren wird per „Small Start“ in einem definierten Korridor zwischen Krefeld über Neuss, Düsseldorf und Solingen bis nach Wuppertal und Hagen umgesetzt und erprobt werden. In diesem Korridor bedienen 16 SPNV-Linien insgesamt 57 Bahnhöfe und Haltepunkte.

BNV-App

November 2022

Als technische Übergangslösung wird die BNV-App vorbereitet und einzelne Elemente zur weiteren Programmierung werden geplant. Übergangsweise wird eine technische Lösung von Transdev genutzt. Die weitere technische Ausstattung wird u.a. durch die Regiobahn gestellt. Der Start der digitalen Plattform ist im Frühsommer 2023 geplant.