Gemeinsam für einen sicheren öffentlichen Nahverkehr bei der EURO2024 in NRW

Wie lässt sich ein sicheres Reisen in Bus und Bahn im Umfeld der EURO2024 in NRW gewährleisten? Diese Frage erörterten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Bereichen bei einem „Colloquium Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr bei der EURO2024 in NRW“ in der VELTINS-Arena.

Im Sommer 2024 ist Deutschland Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft der Männer – und Nordrhein-Westfalen gleich mit vier Austragungsorten dabei: Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Köln. Das stellt hohe Anforderungen an den sicheren Transport der Fans und Gäste im öffentlichen Raum. Auf Einladung der Landesinitiative Fokus Bahn NRW und des Kompetenzcenters Sicherheit NRW tauschten sich die am Colloquium Teilnehmenden darüber aus, wie sich reibungslose Abläufe realisieren lassen.

Nordrhein-Westfalen hat viel Erfahrung in der Organisation sportlicher Großereignisse. Mit Blick auf die EURO2024 arbeiten Politik, Kommunen, Veranstalter, Bundes- und Landespolizei sowie ÖPNV-Branche schon jetzt hinter den Kulissen an einer gelungenen und sicheren Abwicklung. Im Rahmen des Colloquiums tauschten sich die beteiligten Organisationen über den Stand der Vorbereitungen aus und nutzten die Chance, ihre Konzepte und Maßnahmen optimal miteinander zu verzahnen. Den Stellenwert dieser engen Abstimmung benennt Kilian Schäfer, Stabsstellenleiter des beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) angesiedelten Kompetenzcenters Sicherheit NRW und Projektleiter des Projekts Fokus Sicherheit der Initiative Fokus Bahn NRW: „Unser Ziel ist es, während der EURO2024 ein sicheres Reisen im Personennahverkehr zu gewährleisten. Mit dem Colloquium haben wir alle entscheidenden Partner für die Sicherheit im öffentlichen Verkehr frühzeitig zusammengebracht und für eine gelungene Umsetzung aller Maßnahmen nachhaltig untereinander vernetzt. Weitere Treffen werden folgen.“

 

Sicherheit als zentrales Leistungs- und Qualitätsmerkmal

Die Vorbereitungen der gastgebenden Städte standen bei der Veranstaltung genauso im Fokus wie Maßnahmen der Bundes- und Landespolizei, Planungen der kommunalen Verkehrsbetriebe und Konzepte der Politik. So erläuterte beispielsweise Thomas Hußmann, Leitung Teilprojekt Sicherheit & Planung EURO2024 bei der Stadt Düsseldorf, welche Herausforderungen mit der EURO2024 für die Host-Citys einhergehen. Jürgen Horey, Polizeikommissar der Bundespolizei, stellte die besondere Rolle „Szenekundiger Beamter“ mit Blick auf Risikofans im schienengebundenen Verkehr dar. Jolanta Bialas, Polizeidirektorin und Referentin für Sport und Sicherheit beim Ministerium des Inneren des Landes NRW, informierte über den aktuellen Stand der Vorbereitungen der Projektgruppe „EM 2024“, in der Bund und Länder unter Leitung des Landes NRW übergreifend zusammenarbeiten. Und Karsten Urlaub, Leiter Verkehrssteuerung und Sicherheit bei DSW21, Dortmunder Stadtwerke AG, beleuchtete Sicherheit aus Sicht der kommunalen Verkehrsbetriebe.

Die Begrüßung übernahm Gabriele Matz, Vorstandssprecherin des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr: „Mit drei Spielstätten im VRR-Gebiet tragen wir eine große Verantwortung für die sichere An- und Abreise einer Vielzahl von Fans. Dabei geht es aber nicht nur um Maßnahmen, die ganz direkt die Sicherheit betreffen, sondern zum Beispiel auch um Zusatzverkehre, die Hauptstrecken entlasten und so für Komfort und Sicherheit bei unseren Fahrgästen sorgen.“

Die Sicherheit im öffentlichen Raum ist ein Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz und wird von den Akteuren des nordrhein-westfälischen Nahverkehrs als Gemeinschaftsaufgabe verstanden. Bereits seit 2008 moderiert und koordiniert das Kompetenzcenter Sicherheit NRW den Austausch zwischen Verkehrsunternehmen sowie Behörden und leitet den Landesarbeitskreis Sicherheit. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat innerhalb der Landesinitiative Fokus Bahn NRW zudem ein Projekt „Fokus Sicherheit“ geschaffen, das die Sicherheitslage für Reisende und Mitarbeitende im Schienenpersonennahverkehr weiter verbessern will. Zum Hintergrund sagt Karin Paulsmeyer, Leiterin der Stabsstelle Fokus Bahn NRW im Ministerium: „Sicherheit ist ein zentrales Leistungs- und Qualitätsmerkmal für das gesamte System Schiene. Fokus Bahn NRW will bewährte Konzepte von Aufgabenträgern und den Eisenbahnverkehrsunternehmen zusammenführen, übergreifende Lösungen initiieren und den Dialog aller relevanten Organisationen fördern. Für die EURO2024 haben wir diesen Austausch nun aufgenommen und Netzwerke initiiert. Das ist ein elementarer Baustein für reibungslose organisatorische Abläufe.“

 

Eine Willkommenskultur etablieren

Jürgen Eißmann, Head of Public Affairs, Host Cities & Team Services EURO 2024 GmbH, zeigte sich in einer abschließenden Diskussion auf dem Podium beeindruckt über den guten Stand der Vorbereitung in NRW. Damit das weiter so bleibt, wollen sich alle Beteiligten weiter regelmäßig austauschen. Das Ziel des offenen und transparenten Dialogs: ein sicheres Reisen in Bus und Bahn während der EURO2024 ermöglichen, eine Willkommenskultur etablieren und erreichen, dass die Fans aus aller Welt ihren Aufenthalt in Nordrhein-Westfalen in guter Erinnerung behalten.