Sicherheitskongress in Wuppertal

Die Podiumsdiskussion beim Sicherheitskongress in Wuppertal.

Sicherheit

02. Oktober 2025

Impulse für mehr Sicherheit im Nahverkehr NRW

Wie gelingt es, die Sicherheit im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Nordrhein-Westfalen nachhaltig zu stärken? Beim Sicherheitskongress in Wuppertal diskutierten Expert/innen aus der Bahnbranche, Politik und Sicherheitsbehörden über innovative Maßnahmen, Best Practices und bewährte Strategien für mehr Vertrauen und sowie objektive und subjektive Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr NRW.


Mitte September stand Wuppertal ganz im Zeichen der Sicherheit im Schienenpersonennahverkehr (SPNV): Beim Sicherheitskongress „360°: Sicherheit im Blick“ kamen Fachleute, Stakeholder und Entscheidungstragende aus der Bahnbranche, Politik, Sicherheitsbehörden und Verbänden zusammen, um gemeinsam an Lösungen für mehr Sicherheit im Nahverkehr in NRW zu arbeiten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen innovative Ansätze und Ideen für die aktuellen Herausforderungen des SPNV – immer mit dem Ziel, das Sicherheitsgefühl von Fahrgästen und Mitarbeitenden nachhaltig zu stärken.


Welche das sind, erklären Expert/innen im Video:


Sicherheit als zentrale Voraussetzung

Sicherheit im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist eine zentrale Voraussetzung für die Akzeptanz und den Erfolg der Mobilitätswende. Ein attraktiver und leistungsfähiger Nahverkehr kann nur dann gelingen, wenn sich Fahrgäste und Beschäftigte sicher fühlen, das betonten die Podiumsteilnehmenden in der Historischen Stadthalle. Die aktuelle Faktenlage zeigt: Während schwere Gewaltdelikte im SPNV selten sind, nehmen Unsicherheitsgefühle und die Zahl gemeldeter Vorfälle zu – nicht zuletzt durch eine verbesserte Erfassung und höhere Meldebereitschaft. Besonders Gelegenheits- oder Nichtnutzende empfinden den ÖPNV aber häufiger als unsicher, was dazu führt, dass viele auf andere Verkehrsmittel ausweichen oder ganz auf Fahrten verzichten.

Ein Ikon einer Hand die auf ein Ikon einer Person drückt.
Kriminalitätsfurcht-Paradoxon

Das Kriminalitätsfurcht-Paradoxon im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) beschreibt die Diskrepanz zwischen der objektiv hohen Sicherheit und dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Obwohl die statistischen Daten zeigen, dass schwere Straftaten im SPNV selten sind, empfinden viele Fahrgäste Unsicherheit, insbesondere in bestimmten Situationen oder Umgebungen. 

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Die Sicherheitskonferenz „360°: Sicherheit im Blick“ wollte Antworten darauf finden: Durch Speaker/innen aus der Branche und dem Sicherheitsapparat. Auch Impulse von außen bereicherten die Veranstaltung: So präsentierte Katja Diehl, Bestsellerautorin und Mobilitätsexpertin, ihre Perspektiven zur Verbindung von Sicherheit und moderner Mobilität. In ihrem Vortrag thematisierte sie die Herausforderungen und Chancen der Verkehrswende, insbesondere im Hinblick auf die Bedürfnisse der Fahrgäste und die Integration nachhaltiger Mobilitätslösungen. Erklärende Kommunikation zu den vielen Sicherheitsaspekten und -maßnahmen sei wichtig und nötig. „Wer sich in Bus und Bahn nicht sicher fühlt, wird nicht umsteigen – egal, wie gut der Fahrplan ist“, so Diehl.


Die Diskussionen und Impulse im Anschluss machten deutlich: Sicherheit im SPNV ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovation erfordert. Die Einführung neuer Qualifikationen für Sicherheitskräfte, der Ausbau intelligenter Videotechnik und die Förderung von Zivilcourage sind nur einige der nächsten Schritte, die in NRW bereits angestoßen wurden. Ziel bleibt es, den SPNV als Wohlfühlraum zu gestalten, in dem sich alle Menschen sicher und willkommen fühlen.


Ganzheitliche Maßnahmen und Best-Practices aus NRW

Zu den erfolgreichen Maßnahmen für mehr Sicherheit im SPNV NRW zählen die regelmäßige Präsenz der Sicherheitsteams NRW, moderne Videoüberwachung sowie gemeinsame Präventionsprojekte und Schulungen. Die erfolgreiche Organisation der EURO 2024 hat eindrucksvoll gezeigt, dass diese Sicherheitsarchitektur auch bei Großereignissen funktioniert und das Vertrauen der Fahrgäste stärkt.


Die Brancheninitiative Fokus Bahn NRW hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge erzielt, die die Sicherheit und Attraktivität des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen nachhaltig stärken. Dazu zählen die Entwicklung und Umsetzung von Deeskalationstrainings sowie innovative Formate wie Sicherheitsführungen für Fahrgäste und Schulungsvideos für Mitarbeitende und Fahrgäste zum richtigen Verhalten in Gefahren- oder Konfliktsituationen.