Branchen-Meet-up auf der KarriereSchiene 2025

Das Bild zeigt vier Menschen aus der Bahnbranche, die für ihre Berufe werben. Dazu der Schriftzug: KarriereSchiene, die Jobmesse für Bahn und Bus.

Arbeitgeber

17. Juli 2025

Im Recruiting bauen die Bahnen auf noch mehr Zusammenarbeit

Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel: Nach einer erfolgreichen Premiere 2024 wiederholen die Bahnen in NRW ihr brancheneigenes Recruiting-Format. Die KarriereSchiene findet am 26. August 2025 im RuhrCongress Bochum statt. 


Fokus Bahn NRW und die Bahnen in NRW laden zur KarriereSchiene 2025 ein. Dabei erweitert sich der Branchenfokus durch die Teilnahme von Partnerunternehmen aus dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Im Interview erklärt Heinrich Brüggemann, Projektleiter Fokus Attraktive Arbeitgeber, warum eine weitere Vernetzung der Branche und ein Ausbau der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit im Engagement gegen den Fachkräftemangel jetzt wichtig sind. 

Im ÖPNV brauchen wir kreativere und innovativere Lösungen, um qualifizierte, engagierte Menschen für uns zu gewinnen und sie langfristig zu binden.

Heinrich Brüggemann

Projektleiter Ausbildung und Qualifzierung

Portrait von Heinrich Brüggemann (Verkehrsministerium NRW) Quote

Fokus Bahn und die Bahnen in NRW stehen für eine erfolgreiche Personalgewinnung. Trotzdem wird der der Fachkräftemangel gefühlt immer größer ...


Heinrich Brüggemann: Der Fachkräftemangel wird immer größer. Das ist kein Gefühl, sondern eine Tatsache. Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat schon im vergangenen Jahr errechnet, dass 2027 über alle Branchen und Wirtschaftszweige in Deutschland hinweg 728.000 Fachkräfte fehlen werden, rund 15 Prozent davon  dürften auf den Öffentlichen Verkehr entfallen. Dem Verband deutscher Verkehrsunternehmen zufolge müssen bis 2030 bundesweit mindestens 110.000 neue Beschäftigte eingestellt werden. Schon heute fehlen auf Bundesebene rund 3.000 Lokführerinnen und Lokführer – das klingt jetzt nicht so viel, entspricht aber tatsächlich dem Personalbestand der Lokführerinnen und Lokführer im SPNV NRW.


Über das Aktionsprogramm Personal wollen die Aufgabenträger und Nahverkehrsbahnen in NRW in diesem Jahr nach Möglichkeit 700 Qualifizierungsplätze für Lokführerinnen und Lokführer einrichten. Damit würden sie 23 Prozent des bundesweiten Bedarfs decken. Fürchten Sie keine Abwerbungen?


Heinrich Brüggemann: Diese Prozentzahl macht deutlich, wie groß allein in der Bahnbranche der Wettbewerb um Fachkräfte ist, und es soll auch Abwerbeversuche aus anderen Ländern geben. Aber jedes verantwortungsbewusste Unternehmen weiß, dass ein solches Vorgehen den Fachkräftemangel langfristig nicht lösen wird. Deshalb haben die Bahnen in NRW schon zum Start ihrer Zusammenarbeit eine unternehmensübergreifende Selbstverpflichtung zur gegenseitigen Erstattung von Ausbildungskosten unterschrieben. Wir haben seitdem die Erfahrung gemacht, dass es sich für jedes Unternehmen auszahlt, wenn sie die Herausforderung des Fachkräftemangels gemeinsam angehen, als Branche mit einer übergreifenden Personal- und Employer-Branding-Strategie. Das ist letztendlich auch die Idee der KarriereSchiene, die in diesem Jahr am 26. August im RuhrCongress Bochum stattfindet. Hier wird der gemeinsame Branchenauftritt gelebt. 


Was bringt der gemeinsame Branchenauftritt?


Heinrich Brüggemann: Der gemeinsame Branchenauftritt ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Recruiting. Nicht umsonst ist Fokus Bahn mit der Branchenkommunikation der Bahnen in NRW inzwischen für viele andere Bundesländer ein Leuchtturmprojekt. Denn nur gemeinsam konnten wir die Kapazitäten für die Personalgewinnung und -qualifizierung ausbauen und die Zahlen steigern. 2019 bis 2023 konnten wir durch das unternehmensübergreifende Engagement bereits 490 Lokführerinnen und Lokführer qualifizieren. Gestärkt durch die Beschäftigungsoffensive des Landes wurden dann allein im Zeitraum September 2023 bis Dezember 2024 rund 500 Lokführerinnen und Lokführer in die Qualifizierung gebracht, und in diesem Jahr ist die Zielmarge von 700 Kursplätzen gesetzt. Dafür müssen sich natürlich Bewerberinnen und Bewerber finden – und da hat sich die KarriereSchiene 2024 durchaus als Zugpferd erwiesen. Wir haben rund 500 Besucher/innen gezählt und die teilnehmenden Eisenbahnverkehrsunternehmen konnten gut 200 Bewerbungen generieren. Das spricht für die Neuauflage in diesem Jahr.

Eine produktive Zusammenarbeit gegen den Fachkräftemangel im ÖPNV ist kein Selbstläufer. Es kommt sehr auf die richtigen Rahmenbedingungen, Methoden und Moderationstechniken an.

Heinrich Brüggemann

Quote

In diesem Jahr erweitert die KarriereSchiene ihren Fokus von der Schiene auf den ÖPNV. Was bedeutet das?


Heinrich Brüggemann: Wie ich schon erklärt habe, ist der Fachkräftemangel ein Thema, das sich nicht nur auf die Bahnbranche beschränkt. Er trifft alle Verkehrsunternehmen und die öffentliche Mobilität insgesamt. Insofern ist es ein logischer Schritt, dass wir unsere Vernetzung weiter ausbauen – durchaus mit Blick auf die bundesweite Arbeit des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen und der VDV Academy & Training, die sich aktiv in den Branchendialog und die Jobmesse einbringen will. Die Vernetzung innerhalb der Branche sehe ich auch als Voraussetzung für eine erfolgreiche Mobilitätswende.  Wenn wir die schaffen wollen, müssen wir nicht nur die Angebote von Schiene und Straße vernetzen, sondern auch bei branchenweiten Herausforderungen wie Recruiting und Fachkräftesicherung vernetzt denken und handeln. Das Zusammenbringen von Wissen und Potenzialen innerhalb und über Unternehmen hinweg ist aus meiner Sicht entscheidend für die Zukunft der öffentlichen Mobilität. 


KarriereSchiene 2025

Die KarriereSchiene, eine Veranstaltung der Bahnen in NRW, findet am 26. August 2025 im RuhrCongress Bochum statt. Vor dem Recruiting-Event findet morgens ein Branchen-Meet-Up für Bahn- und öffentliche Verkehrsunternehmen, Bildungsträger und Arbeitsagenturen statt.

Anmeldung zum Branchen-Meet-up